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Donnerstag, 11. Juni 2026

IG-Metall-Chefin fordert mehr „Made in Germany“

Die IG-Metall-Chefin betont die Notwendigkeit einer neuen Industriepolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte zu stärken und mehr "Made in Germany" zu fördern.

Markus Weber··2 Min. Lesezeit

Die Chefin der IG Metall, Christiane Benner, hat sich in einer aktuellen Stellungnahme für eine umfassende Neuausrichtung der Industriepolitik in Deutschland ausgesprochen. Sie betont, dass es unerlässlich sei, die Produktion im eigenen Land zu stärken und vor allem mehr Produkte mit dem Label "Made in Germany" zu fördern. Diese Forderung kommt in einem Kontext, in dem die Herausforderungen für die deutschen Unternehmen durch globale Wettbewerbsbedingungen und steigende Produktionskosten zunehmen.

In ihrer Ansprache hob Benner hervor, dass die Industriepolitik dringend reformiert werden muss, um die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft zu sichern. Neben einer verstärkten Förderung von Forschung und Entwicklung sieht sie auch die Notwendigkeit, Arbeitsplätze zu schützen und zu schaffen. Der Rückgang der industriellen Produktion in den letzten Jahren mache deutlich, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern müssen, um dem Herstellungsstandort Deutschland langfristig eine Perspektive zu bieten.

Benner wies zudem auf die Bedeutung eines nachhaltigen Ansatzes hin. Sie fordert eine Strategie, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigt und die Industrie in die Lage versetzt, nachhaltig und wettbewerbsfähig zu produzieren. Die IG Metall fordert daher auch Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen in den Produktionsprozessen, um die Ziele der Klimapolitik zu unterstützen.

Die Diskussion um die Industriepolitik wird in Deutschland immer drängender, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und der Abhängigkeiten von globalen Lieferketten. Mehrere Branchen haben in den letzten Monaten mit Engpässen und Preissteigerungen zu kämpfen, was die Forderung nach einer Stärkung der eigenen Produktion zusätzlich untermauert.

Ein zentrales Anliegen der IG Metall ist es, durch staatliche Unterstützung eine Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach Deutschland zu erreichen. Diese Maßnahme könnte nicht nur zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen, sondern auch die regionale Wertschöpfung erhöhen. Insbesondere in der Automobil- und Maschinenbauindustrie sehen Experten großes Potenzial für eine solche Entwicklung, da hier traditionell viele Arbeitsplätze angesiedelt sind.

Die IG Metall, die als größte Gewerkschaft Europas gilt, hat in der Vergangenheit bereits wichtige Impulse für die Industriepolitik gegeben. Ihre aktuellen Forderungen könnten eine neue Welle von Diskussionen und Reformen auslösen, die nicht nur die Industrie, sondern auch die Wirtschaft insgesamt betreffen. Zudem betont Benner die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Dialogs über die Zukunft der Industrie in Deutschland.

Hintergrund ist, dass Deutschland über eine starke industrielle Basis verfügt, jedoch zunehmend von internationalen Märkten abhängig ist. Die Erfahrung mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den aktuellen geopolitischen Spannungen hat gezeigt, wie fragil die globalen Lieferketten sein können. Daher wird die Forderung nach einer stärkeren Selbstversorgung lauter.

Kritiker befürchten jedoch, dass eine zu starke Fokussierung auf die nationale Produktion die Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnte, insbesondere im Vergleich zu Ländern mit niedrigeren Produktionskosten. Die IG Metall ist sich dieser Bedenken bewusst und betont, dass es nicht nur um Kostensenkungen, sondern auch um Innovation und Qualität gehe.

Die Debatte über eine neue Industriepolitik wird in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen, insbesondere im Hinblick auf die Koalitionsgespräche auf politischer Ebene und die anstehenden Wahlen. Die IG Metall wird ihre Positionen weiter klar kommunizieren und darauf drängen, dass die Thematik auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.

Die Stimmen aus der Industrie, die auf eine Stärkung des "Made in Germany" setzen, werden lauter, und es bleibt abzuwarten, wie die politische Landschaft auf diese Forderungen reagieren wird.